Hallo zusammen, ich beschäftige mich ja seit Jahren mit Kreditfragen und helfe auch gerne anderen Rentnern bei der Orientierung. Aber jetzt habe ich eine Frage zu einem Thema, das ich bisher weniger im Fokus hatte: Wie bewerten Banken eigentlich die Bonität von Selbstständigen und Freiberuflern wirklich?
Mich interessiert konkret: Was sind die Unterschiede zur Bonitätsbewertung bei Angestellten? Ich lese immer wieder, dass Selbstständige es schwerer haben – stimmt das wirklich, oder ist das ein Mythos? Und welche Unterlagen müssen Freiberufler den Banken vorlegen, damit diese ihre finanzielle Situation beurteilen können?
Es geht mir weniger um Förderkredite oder Unternehmerfinanzierung, sondern um private Ratenkredite oder kleinere Kreditkarten-Angebote. Ich stelle mir vor, dass die SCHUFA-Abfrage bei Selbstständigen anders aussieht als bei Pensionären wie mir. Kann mich da jemand aufklären?
Die ehrliche Antwort: Banken halten Selbstständige für riskanter. Punkt. Sie wollen Einkommensnachweise, und die sind bei Freiberuflern eben schwächer strukturiert als eine Lohnabrechnung. Meine Empfehlung wäre, vorher eine kostenlose Selbstauskunft bei der SCHUFA zu holen und dann direkt mit mehreren Banken kläre welche Unterlagen sie konkret brauchen – nicht alle haben die gleichen Standards.
Ich hab da gute Erfahrungen gemacht, wenn ich einfach mal 2-3 Girokonten parallel getestet habe. Dann merkst du schnell, welche Bank wirklich zu deinen Gewohnheiten passt. Besonders bei den Gebühren und dem Kundenservice sind die Unterschiede größer als man denkt. Girokonto Vergleich
Das ist eine wichtige Unterscheidung. Bei Baufinanzierungen – da hab ich mich ja intensiv eingearbeitet – zeigt sich das besonders deutlich: Banken sind bei Freiberuflern viel kritischer. Sie wollen nicht nur die letzten zwei, sondern oft drei Steuererklärungen sehen. Bei normalen Ratenkrediten ist es meist etwas weniger streng, aber die Zinsen sind oft höher. Deine SCHUFA-Bewertung zählt da natürlich trotzdem – aber eben nicht allein.
Hier muss ich ehrlich sein: Es gibt bei vielen Banken versteckte Ablehnungskriterien für Selbstständige, die sie nicht offen kommunizieren. Meine Erfahrung zeigt, dass das weniger mit der SCHUFA zu tun hat und mehr damit, wie seriös die Bank die Gewinnentwicklung beurteilt. Gewerbeanmeldung, Handelsregistereintrag, Altersvorsorge – das alles spielt rein. Und ja, es ist unfair, aber Angestellte haben es deutlich leichter. In meinem Thread zu SCHUFA-Abfragen beim Firmenkreditantrag habe ich das auch schon diskutiert.