Hallo zusammen,
ich beschäftige mich schon lange mit Kreditvergleichen und habe in meinen 15 Jahren im Forum gemerkt, dass viele Anfragen zu SCHUFA-Einträgen kommen – aber oft wird das Thema Zahlungsausfälle nur oberflächlich behandelt.
Meine Frage ist konkret: Wenn jemand einen Zahlungsausfall hat – sagen wir, eine Kreditrate wurde 60+ Tage nicht gezahlt – wie wirkt sich das genau auf den Score aus? Und was ist wichtiger für Banken später: dass der Ausfall gelöscht wurde, oder dass die aktuelle Bonität wieder stabil ist?
Ich frage deshalb, weil ich in meinen Umschuldungs-Recherchen immer wieder sehe, dass Kunden mit alten Ausfällen trotzdem noch problemlos Kredite bekommen – während andere mit aktuellen Problemen sofort abgelehnt werden. Spielt das Alter des Eintrags eine Rolle, oder ist es eher die aktuelle Zahlungsfähigkeit?
Und: Gibt es einen Unterschied, ob der Ausfall selbst gelöscht wurde oder nur noch in der Kundenkartei der alten Bank steht?
Freue mich auf fundierte Antworten!
Kurz gesagt: Zahlungsausfälle sind Gift für die Kreditvergabe, egal wie alt. Aber ein bezahlter Ausfall ist besser als ein offener – daran ändert auch die Löschung nichts Fundamentales.
Dieter, bei meinen systematischen Vergleichen habe ich beobachtet, dass Banken zwei Szenarien unterschiedlich bewerten: (1) Ausfall ist bezahlt und aus der SCHUFA gelöscht = Score erholt sich, aber nicht sofort auf 100%. (2) Ausfall ist noch aktiv = sofortiger Ablehnungsgrund bei vielen Anbietern. Der Unterschied ist erheblich. Online-Anbieter wie Smava oder Cashper sind etwas kulanter, aber die Zinsen sind dann auch entsprechend höher. Die Faustregel: Nach einem Ausfall dauert die echte Normalisierung 12–24 Monate gutes Zahlungsverhalten, nicht 36 Monate vom Löschen an.
Wie Helmut sagt – richtig. Aber ich möchte noch präzisieren: Bei strategischer Umschuldung (auch mein Fokus seit vielen Jahren) sehe ich, dass der Zeitpunkt entscheidend ist. Wenn jemand nach 18 Monaten wieder kreditwürdig sein will, braucht er einen Partner, der *während* dieser Zeit die Risiken neu bewertet. ING, DKB und ähnliche sind da flexibler als klassische Sparkassen. Die interne Datenbank der Sparkasse merkt sich den Ausfall ewig, aber bei einer anderen Bank kann man Neustart spielen. Das ist die praktische Strategie.
Danke für die Frage, Dieter. Als Pensionär habe ich auch beobachtet, dass viele meiner Altersgenossen nach finanziellen Schieflagen (Krankheit, Arbeitslosigkeit) wieder in die Kreditwelt zurückwollten. Die SCHUFA-Löschung nach 36 Monaten war immer ein Hoffnungsmoment – aber die realistische Erfahrung zeigt: Banken sind skeptisch, bis Sie nachgewiesen haben, dass Sie wieder stabil sind. Ein bezahlter Ausfall ist ein Signal "ich bin wieder auf den Beinen", aber nicht "mir kann nichts mehr passieren". Das muss klar sein.
Ich hab da gute Erfahrungen gemacht, mehrere Karten parallel zu vergleichen. Wichtig ist, auf die versteckten Gebühren zu achten - manche Anbieter locken mit niedrigen Zinsen, berechnen dann aber hohe Jahresgebühren. Lohnt sich auf jeden Fall, vorher die Bedingungen gründlich durchzulesen. Kreditkarten vergleichen