Moin zusammen,
ich plane gerade einen Ratenkredit zur Umschuldung meiner bestehenden Schulden und stoße immer wieder auf die gleiche Frage: Wie kalkuliere ich die richtige Kreditsumme, ohne mich zu überschätzen?
Ich habe gelesen, dass man mit einer Haushaltsrechnung starten soll, aber ehrlich gesagt bin ich da etwas unsicher, was genau reingehört und worauf ich achten muss. Im August haben viele Leute ja auch noch Extrakosten – Urlaub, Versicherungen werden fällig, etc.
Meine Situation: Ich verdiene monatlich etwa 2.800 Euro netto, habe aber bereits drei laufende Kredite mit insgesamt ca. 450 Euro Monatsrate. Dazu kommen Wohnung (800 Euro), Nebenkosten, Lebensmittel und so weiter. Meine SCHUFA ist nicht schlecht, aber auch nicht makellos.
Wie gehe ich bei der Kalkulation vor? Gibt es eine seriöse Formel oder sollte ich lieber conservativ kalkulieren? Und worauf muss ich bei den Gebühren achten, damit ich nicht in die Falle tappe und am Ende teurere Konditionen als nötig bekomme?
Danke für ernsthafte Antworten!
Werner, das ist die richtige Herangehensweise. Hier meine Systematik:
1. **Alle monatlichen Einnahmen erfassen** – nur die sicheren, regelmäßigen
2. **Fixkosten aufschlüsseln**: Miete, Versicherungen, Nebenkosten, Handy, Internet
3. **Variable Kosten realistisch schätzen**: Lebensmittel, Hygiene – nicht zu knapp!
4. **Bestehende Kreditverpflichtungen abziehen** (deine 450 Euro)
5. **Puffer einplanen** – mindestens 100-150 Euro für Unvorhergesehenes
Dann bleibt dir ein verfügbares Einkommen. Daraus kannst du die maximale neue Monatsrate berechnen. Wichtig: Den Effektivzins (nicht nur Sollzins!) vergleichen und alle Gebühren einkalkulieren – Abschlussgebühren, Kontoführung, eventuelle Restschuldversicherung.
Bei 2.800 Euro und deinen aktuellen Lasten würde ich konservativ rechnen. Seriöse Banken vergeben ohnehin nicht mehr als 40-50% deines Nettoeinkommens als Gesamtkreditquote.
Das Entscheidende, das viele übersehen: Achte auf versteckte Gebührenmodelle! Bei der Kalkulation deiner maximalen Kreditsumme darf die Abschlussgebühr nicht einfach obendrauf landen, sondern muss in die monatliche Last miteingerechnet werden – die Banken tun das unterschiedlich. Manche verstecken Kontoführungsgebühren oder Versicherungszusätze. Deswegen immer den Kreditvertrag selbst durchlesen, nicht nur das Angebot.