Hallo zusammen,
ich beschäftige mich seit Jahren intensiv mit Kreditkonditionen und Zinsentwicklungen, und gerade jetzt im August frage ich mich, ob der Zeitpunkt für eine Umschuldung günstig ist. Ich habe aktuell zwei ältere Ratenkredite laufen (insgesamt ca. 18.000 €), die ich gerne in einen neuen Kredit zusammenführen möchte.
Meine aktuelle Situation: Der erste Kredit läuft noch 3,5 Jahre mit 5,2% Zins, der zweite noch 2 Jahre mit 4,8%. Beide zusammen kosten mich monatlich 580 €. Meine SCHUFA ist tadellos, regelmäßiges Einkommen, keine Probleme mit der Bonität.
Das Problem: Die Ablösungsgebühren für den ersten Kredit sind nicht ganz unerheblich. Ich habe mir schon mehrere Angebote von Direktbanken geholt, die mir einen Combined-Kredit mit 3,9% angeboten haben. Auf den Papier sieht das attraktiv aus, aber sind die ganzen Gebühren und Makros am Ende wirklich sparsam?
Wie würdet ihr das einschätzen? Gibt es einen bestimmten Punkt, ab dem sich die Umschuldung mathematisch rentiert? Oder sollte ich die Sommerpause nutzen und erst im Herbst aktiv werden?
T.Bergmann, gute Frage – das ist genau der Punkt, wo viele sich täuschen lassen. Die Sache ist: Die absolute Zinseinsparung ist nur die halbe Rechnung. Du musst die Ablösungsgebühren vollständig einkalkulieren und dann durchrechnen, wie lange es dauert, bis du die wieder hereingeholt hast.
Bei 18.000 € und einer Differenz von etwa 1–1,5 Prozentpunkten sparen wir von der reinen Zinsseite vielleicht 200–300 € pro Jahr. Wenn die Ablösungsgebühren aber 400–500 € betragen, brauchst du mindestens zwei Jahre, bis die breakeven sind. Und bis dahin könnten die Zinsen auch wieder steigen.
Mein Tipp: Frag die Direktbanken konkret nach allen Gebühren – nicht nur die Bearbeitungsgebühr, sondern auch versteckte Kosten. Die geben dir in der Regel eine detaillierte Aufstellung. Und kalkuliere: (Neue Gesamtkosten über Restlaufzeit) minus (Alte Gesamtkosten über Restlaufzeit). Nur wenn die neue Variante mindestens 10–15 % Ersparnis bringt, lohnt sich der Aufwand wirklich.