Hallo zusammen,
ich bin nach längerer Pause wieder hier aktiv und versuche mich erstmal wieder reinzufinden – einiges hat sich ja offenbar in der Bankenwelt verändert seitdem.
Meine konkrete Frage: Ich brauche kurzfristig etwa 1.500 bis 2.000 Euro, zum Beispiel für eine unerwartete Ausgabe (Waschmaschine ist im Juli den Geist aufgegeben, klassiker halt). Jetzt frage ich mich, ob es sinnvoller ist, einfach meinen Dispositionskredit zu nutzen, den meine Hausbank mir anbietet, oder ob ich mir lieber einen kleinen Ratenkredit bei einer Online-Bank besorge.
Mein Dispo-Zinssatz liegt aktuell bei knapp 11 Prozent, was mir schon immer suspekt war. Ich hab gelesen, dass manche Online-Banken Kleinkredite deutlich günstiger anbieten – aber ist das wirklich so einfach? Gibt es da Fallen, die man kennen sollte? Bearbeitungsgebühren, versteckte Kosten, Mindestlaufzeiten?
Ich nutze momentan noch ein klassisches Girokonto bei der Sparkasse, überlege aber schon länger, ob ich zu einer Direktbank wechseln sollte. Vielleicht hängt das ja auch damit zusammen.
Wäre super wenn jemand aktuelle Erfahrungen teilen könnte – gerne auch zu konkreten Anbietern. Was habt ihr in ähnlichen Situationen gemacht?
Danke schon mal!
R.Becker
Ich bin Rentner und kenn das Problem mit dem Dispo gut, hab das selbst jahrelang einfach so hingenommen. Erst als ich mich hier im Forum mehr informiert hab, ist mir aufgegangen wie teuer das eigentlich ist.
Für so einen Betrag wie du ihn brauchst empfehle ich dir wirklich: erst vergleichen, z.B. über einen der großen Kreditvergleiche im Netz, und dann direkt bei der Wunschbank anfragen. Die Konditionen bei Direktbanken sind oft schon deutlich besser als bei der Hausbank, das hab ich selbst festgestellt.
Was ich noch sagen kann: bei kleineren Beträgen lohnt sich manchmal auch zu schauen ob die eigene Kreditkarte eine günstigere Ratenzahlung anbietet. Manche Karten haben da interessante Optionen – wobei man da genauso auf die Zinsen achten muss.
Kurz von mir: für 1.500 Euro würd ich keinen großen Aufwand betreiben. Schau einfach ob deine Bank einen Expresskredit hat, sonst N26 oder ING anfragen – die haben meist unkomplizierte Kleinkredite und die Entscheidung kommt schnell. Mehr als 15 Minuten sollte dich das nicht kosten.
Ich würd das mal etwas kritischer sehen als die anderen hier. Klar ist ein Ratenkredit auf dem Papier günstiger als der Dispo – aber nur wenn du wirklich die volle Laufzeit durchhältst und zwischendurch keinen anderen Engpass hast.
Das was Banken als "günstige" Kleinkredite bewerben hat manchmal einen bonitätsabhängigen Zinssatz. Das heißt: Der beworbene Niedrigstzins gilt nur für Kunden mit sehr guter SCHUFA. In der Praxis kommen dann Angebote mit 8, 9 oder auch 10% raus – also kaum besser als dein Dispo.
Ich hab mir das mal bei mehreren Anbietern konkret angeschaut, und der Unterschied zwischen Topzins und tatsächlich angebotenem Zins kann erheblich sein. Deshalb würde ich erst eine konkrete Anfrage stellen (möglichst eine Konditionsanfrage, die die SCHUFA nicht belastet) und das tatsächliche Angebot mit deinem Dispo vergleichen. Erst dann siehst du wirklich was günstiger ist.
Ich bin selbst gerade dabei meine Finanzlage neu zu strukturieren und hab mich deswegen intensiv mit genau dieser Frage beschäftigt. Dispo ist für kurzfristige Überbrückungen ok, aber sobald der Betrag länger als 4-6 Wochen steht wird er richtig teuer.
Was mir persönlich geholfen hat: ich hab einen Kreditrechner benutzt und beide Varianten durchgerechnet – Dispo über 3 Monate vs. Ratenkredit über 6 Monate. Das Ergebnis war eindeutig zugunsten des Ratenkredits, selbst mit etwas höherem Zinssatz als dem Topangebot.
Zum Girokontowechsel: das hab ich auch gemacht und kann sagen, der Aufwand ist überschaubar. Die neuen Direktbanken haben oft deutlich bessere Dispo-Konditionen, manche liegen unter 7%. Das ist schon ein Unterschied.