Aus meiner Berufserfahrung – auch wenn ich mich hauptsächlich mit Unternehmensfinanzierung beschäftige – kann ich sagen: Das Grundprinzip gilt privat genauso wie geschäftlich. Kurzfristige Kreditlinien wie ein Dispo sind immer teurer als zweckgebundene Ratenkredite, weil der Anbieter mehr Flexibilität bietet und das einpreist.
11% Dispo ist leider Normalzustand bei vielen Sparkassen und Volksbanken. Das war schon 2010 so und hat sich kaum verändert, auch wenn das EZB-Zinsniveau zwischenzeitlich stark geschwankt hat – die Banken geben Zinssenkungen beim Dispo nur sehr zögerlich weiter.
Für 1.500-2.000 Euro würde ich einen Expresskredit bei einer etablierten Direktbank prüfen. Die Auszahlung geht oft innerhalb von 24-48 Stunden, und du hast von Anfang an eine klare Monatsrate. Das ist planbarer als ein offener Dispo.
Ich beschäftige mich gerade selbst neu mit dem Thema Kreditarten und kann zur Frage nur sagen: der Unterschied zwischen Dispo und Ratenkredit ist in meinen Augen oft unterschätzt. Beim Dispo zahlt man nicht nur höhere Zinsen sondern hat auch keine Disziplin zur Rückzahlung eingebaut – man kann den Betrag einfach stehen lassen und das tun viele dann auch.
Ein Ratenkredit zwingt einen zur Rückzahlung, das hat neben dem Zinsaspekt auch einen psychologischen Vorteil.
Kurze Antwort vorweg: 11% Dispo ist definitiv zu viel für einen Betrag, den du über mehrere Monate stehen lässt. Ich beobachte die Zinsentwicklung schon eine Weile – aktuelle Ratenkredite für Kleinstbeträge liegen bei seriösen Online-Anbietern teils zwischen 5 und 8% effektiv, je nach Bonität.
Der Haken beim Dispo ist das Prinzip: Du zahlst Zinsen täglich auf den genutzten Betrag, ohne festes Ende. Wenn du die 1.500 Euro drei Monate stehen lässt, bist du schon bei 40-45 Euro Zinsen. Ein Ratenkredit mit klarer Laufzeit ist da oft transparenter und günstiger.
Bearbeitungsgebühren sind bei seriösen Direktbanken in Deutschland eigentlich nicht mehr üblich – das ist EU-weit größtenteils reguliert. Auf Restschuldversicherungen würde ich bei so kleinen Beträgen grundsätzlich verzichten, das treibt die Kosten unnötig nach oben.
Wenn du ohnehin über einen Girokontowechsel nachdenkst: Manche Direktbanken bieten Neukunden auch bessere Konditionen für einen ersten Kleinkredit. Lohnt sich zu vergleichen, bevor du beim alten Konto bleibst. Ich hab dazu auch mal was im Thread Bestehende Betriebskredite umschulden – wann lohnt sich das wirklich? geschrieben, ging da zwar eher um größere Summen aber das Prinzip ist dasselbe.
Ich hab da gute Erfahrungen gemacht, wenn man mehrere Angebote parallel eingeholt hat. Bei mir hat es echt geholfen, die Konditionen von unterschiedlichen Banken zu vergleichen - da kommen teilweise große Unterschiede bei den Zinsen raus. Würde dir empfehlen, die Anfragen innerhalb kurzer Zeit zu stellen, damit die Abfragen als Kreditanfragen gebündelt werden und nicht einzeln in deine Schufa gehen. Kreditvergleich