Hallo zusammen,
ich bin nach längerer Pause wieder hier im Forum aktiv und versuche gerade, meine Finanzen etwas besser zu strukturieren. Eigentlich geht es mir primär um meine privaten Umschuldungsthemen, aber ein Bekannter von mir betreibt einen kleinen Handwerksbetrieb und hat mich gefragt, ob ich ihm weiterhelfen kann – er denkt über einen Investitionskredit nach, um neue Maschinen anzuschaffen.
Ich selbst kenne mich mit Privatkrediten ganz gut aus, aber bei Firmenkrediten bin ich ehrlich gesagt ziemlich blank. Was ich ihn zum Beispiel schon gefragt habe: Gibt es bei Investitionskrediten für Kleinbetriebe typische Gebührenstrukturen, die man im Vergleich zu normalen Ratenkrediten kennen sollte? Welche Limits gelten bei den gängigen Anbietern für Betriebe dieser Größe?
Außerdem interessiert mich, ob es sinnvoll ist, dabei staatliche Förderprogramme (KfW oder Ähnliches) in Betracht zu ziehen oder ob das für einen kleinen Betrieb mit vielleicht 3-4 Mitarbeitern eher zu aufwendig ist.
Und noch eine konkrete Frage: Macht es Unterschied, ob der Betrieb ein Geschäftskonto bei einer Direktbank oder einer klassischen Hausbank hat, wenn man einen Investitionskredit beantragt?
Freue mich über jeden Hinweis – bin gerade dabei, mich auch selbst mit Finanzierungsrechnern neu einzuarbeiten. Also bitte nicht zu fachspezifisch, ich lerne noch 😄
Viele Grüße
Thomas
Hab mich mit dem Thema auch schon länger beschäftigt, gerade weil ich selbst als Unternehmer immer wieder abwäge, wann ein Investitionskredit Sinn macht und wann nicht. Dazu hab ich auch schon was im Forum hinterlassen: Investitionskredit für kleinen Betrieb – worauf wirklich achten?
Kurz zu deiner konkreten Frage bezüglich Direktbank vs. Hausbank: Bei kleinen Betrieben unter 5 Mitarbeitern würde ich klar Hausbank empfehlen – nicht weil die Konditionen zwingend besser sind, sondern weil Spielraum bei der Bewertung des Kreditantrags existiert. Eine Direktbank arbeitet oft rein algorithmisch, und ein Handwerksbetrieb mit vielleicht schwankenden Monatsumsätzen schneidet da nicht immer gut ab, auch wenn der Betrieb grundsätzlich gesund ist.
Limits hängen stark vom Jahresumsatz und den Sicherheiten ab – ohne Zahlen kann man da keine seriöse Aussage machen.
Ich bin zwar auch mehr im Privatkreditbereich unterwegs, aber die Frage mit dem Geschäftskonto finde ich spannend. Ich hab neulich bei einem Onlinevergleich geschaut – manche Direktbanken bieten inzwischen schon recht gute Geschäftskonten an, z.B. mit kostenlosen Buchungen bis zu einem gewissen Limit. Ob die dann aber wirklich beim Kredit mitspielen, ist eine andere Sache. Mein Eindruck: Für einen etablierten Handwerksbetrieb würde ich erstmal zur Hausbank gehen, auch wenn die Kontogebühren etwas höher sind. Die Beziehung zählt.
Hallo Thomas,
schön dass du wieder da bist! Ich kenne das Thema zwar hauptsächlich aus der Rentner-Perspektive, aber ich hab mich im Laufe der Zeit doch auch mit Firmenkrediten beschäftigt, weil mein Sohn selbstständig ist.
Grundsätzlich: Bei Investitionskrediten für Kleinbetriebe sind die Gebühren tatsächlich oft etwas anders strukturiert als bei Privatkrediten. Es gibt häufig Bearbeitungsgebühren, die bei Privatkrediten eigentlich nicht mehr erlaubt sind – bei Firmenkrediten gelten andere Regeln. Das sollte dein Bekannter genau prüfen.
Zur KfW-Frage: Das lohnt sich meiner Einschätzung nach fast immer, auch für kleine Betriebe. Die Zinsen sind oft günstiger als bei einer normalen Bank, und der Aufwand ist überschaubar, wenn die Hausbank mitmacht. Die KfW-Kredite laufen ja über die Hausbank, das ist wichtig zu wissen.
Und genau da liegt auch der Punkt mit dem Geschäftskonto: Wer eine langjährige Beziehung zur Hausbank hat, kommt oft leichter an gute Konditionen. Direktbanken sind beim Firmenkredit nach meiner Beobachtung eher zurückhaltend.
Hey Thomas, interessantes Thema! Ich hab mich mit Firmenkrediten für Kleinbetriebe intensiv beschäftigt, weil ich selbst gerade durch diesen Prozess durch bin.
Kurze Antwort zur Gebührenfrage: Ja, bei Firmenkrediten ist das deutlich unübersichtlicher als bei Privatkrediten. Manche Banken verlangen Bereitstellungszinsen, wenn du den Kredit nicht sofort abrufst – das ist beim Maschinenkauf z.B. relevant, wenn die Lieferung sich verzögert. Dazu kommen manchmal noch Kontoführungsgebühren für ein Kreditkonto.
Zum Geschäftskonto: Ich würde sagen, eine gute Hausbank-Beziehung ist Gold wert. Direktbanken bieten zwar günstigere Konten, aber bei der Kreditvergabe wird oft trotzdem auf die Kontohistorie geschaut – und da haben Direktbanken einfach weniger Einblick in den Betrieb.
KfW auf jeden Fall prüfen! Ich hab damals auch erst gezögert, aber der Prozess ist eigentlich machbar. Hab das hier auch schon mal beschrieben: Betriebsmittelkredit für Startup – wie genau läuft der Antrag ab? – ist zwar etwas auf Startups ausgerichtet, aber vieles gilt auch für kleine Handwerksbetriebe.
Mein Tipp: Schau dir mal mehrere Angebote parallel an, nicht nur das erstbeste nehmen. Ich hab da gute Erfahrungen gemacht, die verschiedenen Cashback-Programme und Gebührenmodelle zu vergleichen. Bei meinen Ausgaben hat sich eine Karte mit Reiseversicherung am Ende deutlich besser gerechnet als gedacht. Kreditkarten vergleichen