Hallo zusammen,
ichi stehe vor einer klassischen Entscheidung: Mein aktueller Baudarlehen läuft Ende 2026 aus, die Zinsbindung endet im Dezember. Momentan zahle ich noch 1,8% – damals war das ein gutes Angebot. Jetzt sehe ich überall die aktuellen Konditionen und es zieht mir die Schuhsohlen aus: 3,5-4,2% je nach Anbieter und Laufzeit.
Meine Frage ist: Macht es Sinn, jetzt schon ein Forward-Darlehen abzuschließen und die Zinsen zu sichern? Oder sollte ich die Entwicklung abwarten? Ich vertraue nicht auf die ganzen Analysen, die überall prognostizieren, dass die Zinsen fallen. Meine Haushaltsrechnung ist stabil, ich könnte problemlos 0,5-0,8% mehr zahlen als heute.
Wichtig: Ich brauche keine Märchenstories über Zinssenkungen – sondern ehrliche Kalkulationen. Was haben andere hier gemacht in ähnlicher Situation? Welche Gebühren und versteckten Kosten sind bei Forward-Darlehen zu beachten?
VG,
Werner S.
Also ich bin ja gerade wieder am Thema Baufinanzierung dran, nach der langen Pause. Bei mir geht es später in eine ähnliche Richtung. Was ich bisher gelernt habe von den aktuellen Direktbanken: Die nehmen Forward-Darlehen deutlich flexibler an als früher. Aber entscheidend ist, den Lock-in-Effekt zu berücksichtigen – wenn du jetzt bei 3,8% fixierst und die Zinsen fallen, sitzt du fest. Hast du einen flexiblen Kredit danach? Oder brauchst du für die ganze Amortisation wieder 20 Jahre Laufzeit?
Werner, gute Frage. Aus meiner langjährigen Erfahrung im Forum würde ich dir folgendes empfehlen: Mach eine ehrliche Zahlungsreihenvergleich über die volle Restlaufzeit. Nicht nur auf die Zinsrate schauen, sondern auch die Bearbeitungsgebühren des Forward-Darlehens einrechnen – die liegen oft zwischen 0,2-0,5%. Zur Zinsprognose: Niemand kennt die Zukunft. Aber deine Risikotoleranz ist entscheidend. Wenn du die 0,5-0,8% extra monatlich tragen kannst ohne finanzielle Angst – würde ich die Sicherheit eines Forward-Darlehens etwa 12-18 Monate vor Fälligkeit nutzen. Das ist ein psychologischer und wirtschaftlicher Puffer. Lass dich kostenlos durchrechnen.
Rainer hier – ich hatte mit ähnlicher Situation zu kämpfen, vgl. mein Thread zu Umschuldungsstrategien. Das Kernproblem: Forward-Darlehen sind kein Glücksspiel, sondern eine Versicherung gegen Zinsrisiko. Die Gebühren schmerzen kurzfristig, aber Sicherheit hat einen Preis. Meine Empfehlung wäre, drei konkrete Angebote von verschiedenen Banken einholen (Sparkasse, Direktbank, spezialisierter Bauzins-Anbieter) und diese Offer-Varianten durchrechnen: 1) Forward jetzt, 2) Forward in 6 Monaten, 3) Wartet bis 2026. Nur mit reellen Zahlen, nicht mit Prognosen, kannst du das bewerten.
Moment – eine Frage hätte ich: Wie sieht deine aktuelle Bonität aus? Wenn sich dein SCHUFA-Score noch verschlechtern könnte, wird Forward deutlich wichtiger. Weil dir später teurere Konditionen drohen könnten.