Hallo zusammen,
ich beschäftige mich schon lange mit Ratenkrediten und habe beobachtet, dass die Zinsen in den letzten Wochen wieder gesunken sind. Meine Frage ist eher grundsätzlich: Wie bewertet man eigentlich, ob ein Wechsel zu einer anderen Bank mit besseren Zinssätzen wirtschaftlich sinnvoll ist?
Ich habe noch einen Kredit bei meiner Hausbank laufen (Laufzeit noch ca. 24 Monate), und die Zinsen sind relativ hoch. Online-Anbieter locken mit deutlich besseren Konditionen – teilweise 1,5% bis 2% günstiger als meine aktuelle Rate. Aber: Bei einer Ablösung fallen ja wieder Gebühren an, die Bank verlangt Vorfälligkeitsentschädigung, und dann kommen noch Makler- oder Bearbeitungsgebühren beim neuen Kreditgeber hinzu.
Wie kalkuliert ihr das richtig? Gibt es eine Faustformel, ab welcher Zinsdifferenz sich ein Wechsel lohnt? Und welche Gebühren werden oft übersehen? Ich möchte das mal wirklich durchrechnen, bevor ich was unterschreibe.
Gute Frage, Wolfgang. Aus meiner Erfahrung mit Firmenkrediten kann ich dir sagen: Die meisten Unternehmer rechnen genau so schlecht wie Privatpersonen. Du musst die Gesamteinsparung über die verbleibende Laufzeit gegen ALLE Nebenkosten aufrechnen.
Bei deinem Fall: Berechne erst die Vorfälligkeitsentschädigung (meist 1% der Restschuld + Zinsersparnis), dann alle Gebühren des neuen Kredits, dann vergleiche die monatliche Ersparnis × verbleibende Monate mit den Gesamtkosten. Erst wenn die monatliche Ersparnis die Kosten amortisiert hat, rentiert sich der Wechsel. Im August mit aktuell sinkenden Rates würde ich aber auch schauen, ob nicht einfach eine Anschlussfinanzierung in 24 Monaten günstiger kommt – manchmal ist Warten die bessere Strategie. Mein Thread zu Restschuldversicherung zeigt auch, welche versteckten Kosten oft übersehen werden.