Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiv mit einer möglichen Umschuldung meines bestehenden Ratenkredits. Bei der Recherche bin ich auf ein Angebot gestoßen, das mit einem Nominalzins von 3,9% wirbt – das klingt ja prima. Aber sobald ich die Kreditunterlagen genauer anschaue, steht da plötzlich ein Effektivzins von 4,7%. Das sind fast ein Prozent Differenz!
Ich verstehe, dass der Effektivzins "vollständiger" sein soll, aber was genau steckt denn da alles drin? Mich interessiert nicht die Textbook-Antwort aus Wikipedia, sondern konkret: Welche Gebühren und Posten werden da reingerechnet, die ich beim Nominalzins nicht sehe? Gibt es da Unterschiede zwischen den Banken, wie sie rechnen?
Ich möchte später bei meinem Umschuldungsvergleich wirklich Äpfel mit Äpfeln vergleichen und nicht auf Marketing-Nummern reinfallen. Was sind eure praktischen Erfahrungen?
Die 0,8% sind realistisch. Bearbeitungsgebühren, Provisionen für Makler (falls relevant) und evt. Gebühren für die Kreditvergabe selbst – das summiert sich schnell. Wichtig: Der Effektivzins ist gesetzlich vorgeschrieben und muss alle anfallenden Gebühren enthalten (außer Notargebühren). Du kannst dich also drauf verlassen, dass dieser Wert aussagekräftig ist.
Genau das Thema hatte ich auch schon. Bei meiner letzten Umschuldung habe ich festgestellt, dass in den 0,8% Differenz vor allem die Bearbeitungsgebühr (bei dieser Bank noch immer 1-2% der Kreditsumme!), Versicherungsprämien und eine merkwürdige "Kontoverwaltungsgebühr" versteckt waren. Das Perfide: Manche Anbieter addieren diese Kosten erst beim Kreditrechner hinzu, nicht beim initialen Angebot.
Mein Tipp: Forderung beide Szenarien ein – mit und ohne Restschuldversicherung. Die Differenz zeigt dir genau, was dieser Zusatz kostet. Und vergleich immer mehrere Angebote nach Effektivzins, sonst vergleichst du tatsächlich Äpfel mit Birnen.
Werner, das ist genau die richtige Frage! Ich hab das bei meinen letzten Vergleichen auch immer wieder gesehen. Die Differenz setzt sich aus Bearbeitungsgebühr, eventuelle Kontogebühren und wenn vorhanden Versicherungskosten zusammen. Das entscheidende: Der Effektivzins ist europaweit standardisiert und muss laut Preisangabenverordnung alle Nebenkosten abbilden. Das heißt, du kannst ihn 1:1 zwischen verschiedenen Kreditangeboten vergleichen – der Nominalzins ist dafür völlig untauglich.
Mein konkreter Rat für deine Umschuldung: Schreib dir eine Liste mit mindestens fünf Angeboten auf, extrahier ausschließlich die Effektivzinsen und vergleich die. Alles andere führt dich in die Irre. Beim Umschuldungsvergleich ist das noch wichtiger als beim normalen Ratenkredit, weil die Gebührenstrukturen wilder auseinandergehen.
Hallo Werner,
die Differenz kommt hauptsächlich aus drei Posten: Bearbeitungsgebühren (falls vorhanden), Kontoführungsgebühren für das Kreditkonto und die sogenannte Restschuldversicherung, wenn du die abgeschlossen hast. Der Nominalzins bildet nur die reinen Zinskosten ab, der Effektivzins rechnet alle Nebenkosten auf die gesamte Laufzeit um und zeigt dir den wahren Preis des Kredits.
Bei meinen Vergleichen habe ich gemerkt: Manche Banken verstecken diese Gebühren ganz bewusst. Darum ist es wichtig, immer das Kleingedruckte zu lesen und die Effektivzinsen zu vergleichen, nicht die Nominalzinsen. Das ist der einzige faire Maßstab.