Hallo zusammen,
ich beschäftige mich jetzt schon einige Jahre intensiv mit Kreditvergleichen und habe festgestellt, dass die Zinssätze für identische Kreditsummen und Laufzeiten zwischen verschiedenen Banken extrem variieren – und das liegt meiner Beobachtung nach hauptsächlich am SCHUFA-Score.
Mich würde interessieren: Nach welchen genauen Kriterien berechnen die Banken ihre bonitätsabhängigen Zinsen? Gibt es da eine Art Schwellenwert, ab dem die Rate plötzlich um 0,5 oder 1 Prozent springt? Ich habe bei mir selbst bemerkt, dass nach einer erfolgreichen Tilgung der Score um 15 Punkte gestiegen ist – und das Angebot der gleichen Bank wurde daraufhin 0,3 % günstiger.
Was mich besonders interessiert: Kann man als Kreditnehmer transparent einsehen, welcher Score-Wert hinter welchem Zinsangebot steckt? Oder ist das für Banken einfach ein Geschäftsgeheimnis? Habt ihr da Erfahrungen gemacht bei euren Vergleichen?
VG T.Bergmann
Ich hinterfrage das auch immer wieder. Deine Beobachtung ist korrekt, aber ganz ehrlich: Banken werden dir niemals sagen, bei welchem SCHUFA-Wert sie die Zinsen springen lassen. Das ist bewusst undurchsichtig. Was mich stört – Marketing-Angebote wie "ab 2,9% Sollzins" sind irreführend, weil nur extrem wenige Kunden diesen Zins kriegen. Der durchschnittliche Kunde mit mittlerem Score zahlt 0,5-1,0% mehr. Das sollte transparenter sein.
Interessante Beobachtung. Technisch könntest du mit einem Kreditrechner und mehreren Bankabfragen das selbst herausfinden – indem du gezielt Score-Werte variiertst und schaust, wann sich die Angebote ändern. Mach das über ein paar Wochen und du siehst die Muster. Was ich bei meinen Vergleichen gelernt habe: Die Schwellenwerte liegen oft bei 600, 650, 700, 750, 800. Aber nicht immer – manche Banken granularer.
Genau da haue ich immer drauf rum. Die Banken nutzen sogenannte Scoring-Modelle, die teilweise proprietär sind – also nicht öffentlich gemacht werden. Was ich systematisch beobachtet habe bei meinen Vergleichen: Es gibt tatsächlich Score-Banden. Zb. von 600-650, 650-700, 700-750. Jede Bande kriegt einen anderen Zinsaufschlag. Das Problem: Diese Banden sind nicht standardisiert. Eine Bank könnte 600-670 als eine Kategorie haben, die nächste macht 600-650. Deshalb die großen Unterschiede.
Sehr gute Frage, T.Bergmann. Ich beschäftige mich schon über 15 Jahren damit und kann dir eins sagen: Es hat sich wenig verbessert bei der Transparenz. Ja, es gibt Schwellenwerte – bei den meisten Banken so um die 50-Punkte-Schritte. Aber die genaue Rechnung? Bleibt verschlossen. Mein Tipp: Arbeite mit deiner Hausbank zusammen, wenn sie dir vertraut. Die können dir manchmal mehr erklären als Direktbanken, weil sie dich persönlich kennen. Und immer mehrere konkrete Angebote einholen – nicht nur die Bandbreite, sondern zeitversetzt.